Notfallteams proben unterirdischen Einsatz bei Stuttgart 21

December 15, 2016

Eine Einsatzübung gibt Ärzten und Sanitätern ein Gefühl für die Anwendung von Point-of- Care- Ultraschall in herausfordernden Umgebungen Notfallteams haben vor kurzem eine Einsatzübung auf der Großbaustelle von Stuttgart 21 durchgeführt. Ziel war, sich mit der Baustelle vertraut zu machen und den Einsatz mit Routineausrüstung in Tunneln bis zu 40 Metern unter der Erde zu üben, um sich so gut wie möglich auf Notfalleinsätze auf der Baustelle vorzubereiten. Stuttgart 21 ist ein gewaltiges Bauprojekt um den Hauptbahnhof herum, bei dem der heutige Kopfbahnhof in einen Durchgangsbahnhof umgebaut wird und eine Neubaustrecke nach Ulm entsteht. Unterirdische Bahnstrecken verbinden den Bahnhof mit dem bestehenden Streckennetz. Insgesamt werden ca. 60 km Bahntunnel unter der Stadt gebaut – über 20 km wurden bereits fertiggestellt – und das Projekt soll, so die derzeitigen Planungen, bis 2021 abgeschlossen werden. 

Stephan Rauscher, Oberarzt der interdisziplinären Notaufnahme im Katharinenhospital – Klinikum Stuttgart hat zusammen mit Kollegen die Übung organisiert.. Er erklärt: „Bei einem derart großen Projekt über so viele Jahre in unserer Stadt ist es mehr als wahrscheinlich, dass unsere Teams entweder bei Verletzungen oder bei normalen medizinischen Notfällen auf die Baustelle gerufen werden, was auch schon vorgekommen ist. Unsere Teams werden regelmäßig auf dem neuesten Stand ausgebildet und geschult, aber wir haben selten die Möglichkeit, an Ort und Stelle zu üben. Durch diese einzigartige Übung hatten wir die hervorragende Gelegenheit, uns mit dem ganzen Bauvorhaben so gut wie möglich vertraut zu machen. Der Tag wurde mit der örtlichen Feuerwehr, den Rettungsdiensten sowie den projekteigenen Sicherheitsteams koordiniert. Die Sicherheitsteams stellten uns die Rettungspläne vor, sowie die Fahrzeuge und Aufzüge, die speziell ausgestattet wurden, um kranke oder verletzte Patienten aus den Tunneln zurück an die Oberfläche zu bringen.“ 

Neben dem Üben spezifischer Fertigkeiten, wie dem Legen von Thoraxdrainagen, erhielten die Teilnehmer die Möglichkeit, Point-of- Care-Ultraschall in einer prä-stationären Umgebung anzuwenden. Stephan Rauscher: „Wir verwenden in unserer Notaufnahme täglich Point-of- Care- Ultraschall zur Steuerung der Gefäßpunktion, FAST- und Thoraxsonographien, Echokardiographie und für Untersuchungen des Pneumothorax, von Pleuraergüssen und Lungenentzündungen, daher waren wir sehr dankbar, dass FULJIFILM SonoSite uns für diesen Tag zwei Edge ® Systeme und einen iViz™ zur Verfügung stellte. Obwohl uns in der Präklinik derzeit keine Ultraschallsysteme zur Verfügung stehen, weiß ich, dass dies bei vielen Kollegen in Deutschland bereits der Fall ist. Ich sehe echtes Potenzial für die zukünftige Anwendung dieser Technologie. Es war sehr hilfreich, mit diesen Systemen zu arbeiten und zeigen zu können, wie sie in vielen Traumasituationen zum Einsatz kommen, sowie Fertigkeiten weiterzuentwickeln, die wir täglich überall in der Stadt anwenden. Die Einsatzübung war insgesamt ein voller Erfolg. Es war sehr beeindruckend, die Baustelle aus der Nähe zu erleben und ich bin überzeugt, dass sich meine Kollegen, die nun wissen, was sie vor Ort erwartet, viel besser vorbereitet fühlen.“

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