Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen mit POCUS-gestützter Nervenblockade

August 14, 2017

Erst vor Kurzem spielte das Point-of-Care-Ultraschallsystem SonoSite SII eine zentrale Rolle bei einem innovativen Verfahren, das Schilddrüsenoperationen ohne Vollnarkose ermöglicht.

Dr. Rüdiger Eichholz, Facharzt für Anästhesiologie in einer Stuttgarter Privatpraxis beschreibt den Fall.

„Wir waren mit einem ungewöhnlichen Fall konfrontiert: Eine junge Frau musste an der Schilddrüse operiert werden. Sie konnte sich aber aufgrund eines medizinischen Traumas in der Kindheit keine Vollnarkose vorstellen“, erklärt Dr. Eicholz. „Darum suchten wir nach einer Möglichkeit, die Operation auch ohne Allgemeinanästhesie durchzuführen. Die Lösung war eine ultraschallgesteuerte beidseitige Blockade der zervikalen Nervenstrasse – eine Technik, die einseitig häufig bei Carotis-Endarteriektomien angewendet wird. Die beidseitige Blockade der Halsnerven für Schilddrüsenoperationen birgt allerdings eine Reihe von Risiken, die gut bedacht werden müssen. Die vorrangige Überlegung war, das kleinstmögliche Volumen von Lokalanästhetikum zu verwenden, das den Operationsbereich noch ausreichend betäubt. Ein zu hohes Volumen kann zu Komplikationen mit akuter Atemnot führen, z.B. durch die unbeabsichtigte Blockade des Rekurrensnervs oder durch eine Zwerchfellparese als Folge einer Blockade des Nervus phrenicus.“

„Darüberhinaus kann es zu Schluckbeschwerden oder zu einer Blockade des Halssympathicus kommen. Die Nadelführung mit Point‑of‑Care-Ultraschall war eine naheliegende Lösung, um uns bei der Überwindung dieser Probleme zu unterstützen, da sie eine exakte Applikation von kleinen Volumina ermöglicht und damit die zu starke Ausbreitung des Lokalanästhetikums verhindert. Die sehr gute Bildqualität war dabei aufgrund der Nähe der verschiedenen anatomischen Strukturen am lateralen Hals von entscheidender Bedeutung“, so Dr. Eicholz.

 

Das Ultraschallgerät SonoSite SII war für diesen Zweck ideal, verbindet es doch ausgezeichnete Bildqualität mit einer intuitiven Touchscreen-Bedienung, was die Optimierung der Bildeinstellungen erleichtert. Dadurch ließen sich die Nadel und die Nervenstrukturen sehr gut darstellen.“

 

„In dem vorliegenden Fall entschied sich die Patientin gegen jede weitere Form der Schmerzlinderung für die kleinen Bereiche in der Tiefe des Operationsgebietes, die erwartungsgemäß nicht durch die zervikale Plexusblockade abgedeckt sein können. Inzwischen haben wir diese Vorgehensweise auch in anderen Fällen erfolgreich durchgeführt und die Nervenblockade nach Bedarf mit einem kurzwirksamen Analgetikum kombiniert. Diese Methode der Schmerzkontrolle ermöglicht es Patienten während oder direkt nach der Operation vollständig wach und schmerzfrei zu sein, was nicht nur zu kürzeren Genesungszeiten führt und sondern auch eine Alternative zur Vollnarkose bei Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenoperationen zur Verfügung stellt. Bei allen Patienten, die sich diesem Verfahren unterzogen konnt ein hoher Patientenkomfort verzeichnet werden.“

„Dieser erfolgreiche neue Ansatz wurde durch die ausgezeichnete Zusammenarbeit des Anästhesieteams mit dem chirurgischen Team von Professor Dr. Andreas Zielke und Oberarzt Dr. Constantin A. Smaxwil von der Abteilung für Endokrine Chirurgie des Endokrinen Zentrums Stuttgart am Diakonie-Klinikum erreicht.“

„Das innovative SonoSite-II-System hat uns dabei hervorragend unterstützt.“

 

Point-of-Care Ultraschall von SonoSite und Anästhesieverfahren

In Anästhesie- und Traumaabteilungen hat man oft mit Zeit- und Raumeinschränkungen zu kämpfen. Was macht das SonoSite SII unter diesen Voraussetzungen zu einem Hochleistungsgerät?Hier erfahren Sie, was das SII von anderen Ultraschallsystemen unterscheidet.

 

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