Operationsrisiken in Sierra Leone minimieren

March 13, 2018

INTERPLAST-Germany e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der unentgeltlich plastisch-chirurgische Operationen in Entwicklungsländern wie Sierra Leone, Tansania und Nepal durchführt. Unterstützt durch Ärzte aus ganz Deutschland sendet der Verein Operationsteams in arme und benachteiligte Gegenden, wo sie lebensverändernde Eingriffe durchführen und Patienten helfen wieder für sich selbst und ihre Familien sorgen zu können. Während eines Einsatzes in Sierra Leone hatte ein INTERPLAST Team ein iViz Point-of-Care-Ultraschallgerät (POCUS) dabei, welches von FUJIFILM SonoSite zur Verfügung gestellt wurde. Die Anästhesisten Dr. Rolf Overs-Frerker und Dr. Peter Mingers, die am Einsatz in Sierra Leone beteiligt waren, berichten über die Vorteile, die POCUS in einem Umfeld mit limitierten Ressourcen und unzuverlässiger Energieversorgung für Anästhesie und Schmerzkontrolle bietet.   

INTERPLAST-Germany e.V. sendet seit über 20 Jahren Operationsteams in Entwicklungsländer, die dort Operationen durchführen, die es den Patienten ermöglichen sollen, sich in die Gesellschaft zu integrieren, einen Lebensunterhalt zu verdienen und für sich selbst und ihre Familie sorgen zu können. Die Organisation hat vor nicht allzu langer Zeit begonnen in Sierra Leone, eines der ärmsten Länder Afrikas, zu wirken und kürzlich ihren dritten Einsatz in Kenema durchgeführt. Dr. Mingers, Anästhesist am Universitätsklinikum Aachen, erklärt: „Kenema ist die zweitgrößte Stadt in Sierra Leone mit 200.000 Einwohnern. Es gibt für die gesamte Stadt jedoch nur ein staatliches Krankenhaus mit 200 Betten und sechs Ärzten. Chirurgische Fürsorge gibt es dort eigentlich nicht, so dass es das Ziel unseres zweiwöchigen Einsatzes war, Unfallchirurgie und plastische Chirurgie für die dringendsten Fälle bereitzustellen.”

Aufgrund der eingeschränkten Verfügbarkeit von Elektrizität wird häufig auf offenes Feuer und Gasflaschen zurückgegriffen, was zu einer großen Anzahl von Unfällen mit schweren Verbrennungen führt. Dies ist leider sehr häufig bei Kindern der Fall und die dadurch enstandenen Narbenkontrakturen können die Entwicklung der Gliedmaßen beeinträchtigen. Schlecht behandelte Knochenbrüche – bei Erwachsenen und Kindern – sind ein weiteres großes Problem in der Region. Aus diesen Gründen entschied das Team, sich auf zwei Bereiche zu konzentrieren: Narbengewebe von Verbrennungsopfern zu entfernen und Unfallchirurgie zur Behandlung von alten Knochenbrüchen. Dr. Overs-Frerker, Anästhesist im St. Augustinus Krankenhaus in Düren, fügt hinzu: „Viele Knochenbrüche werden behandelt, indem die Gliedmaße so lange an eine Schiene gebunden werden, bis sie verheilt sind. Dies kann zu Mobilitätsverlusten und einer Anzahl an schweren Komplikationen führen. Eine Regionalanästhesie ist für viele dieser Patienten während der Behandlung eine gute Option, besonders unter derartigen begrenzten Möglichkeiten, da sie im Vergleich zur Vollnarkose Risiken reduziert. Regionale Nervenblockaden bieten zudem auch eine wirksame postoperative Schmerzbehandlung und reduzieren den Verbrauch von wertvollen Betäubungsmitteln.”

Während sie in zwei Operationssälen im Krankenhaus in Kenema arbeiteten, führte das INTERPLAST Team etwa 120 Eingriffe in 12 OP-Tagen durch. Die Verlässlichkeit der Stromversorgung war für das Team eine große Herausforderung. Dr. Mingers erklärt weiter: „Wir mussten auf intra-operative Stromausfälle vorbereitet sein und wollten daher so viele Eingriffe wie möglich unter Regionalanästhesie durchführen. In meiner täglichen Arbeit im Krankenhaus in Aachen benutze ich POCUS, um Nervenblockaden zu setzen. Daher machte es Sinn, auch in Sierra Leone ein Ultraschallgerät zur Verfügung zu haben. Ultraschall reduziert die Risiken regionaler Blockaden, besonders dann, wenn man in der Nähe des Halses oder der Lunge arbeitet. Durch das Leiten der Nadel und die Darstellung des Nervs während der Injektion sitzt die Betäubung in den meisten Fällen auch schneller.”   

In der rudimentären chirurgischen Ausstattung des Krankenhauses fehlte ein Ultraschallgerät, weshalb das Team FUJIFILM SonoSite um Hilfe bat und als Leihgerät das SonoSite iViz bekam. Dieses Handgerät ist extrem kompakt und bietet in fast jedem Umfeld die Möglichkeit eines schnellen „Ultraschall-Blicks“. Dr. Overs-Frerker kommentiert: „Das iViz hat uns sehr bei unserer Arbeit geholfen und ich würde gerne bei jedem zukünftigen Einsatz die Möglichkeit haben ein Gerät mitzunehmen. Die Bildqualität ist sehr gut und das Gerät ist extrem leicht transportierbar. Ich hatte zu Beginn meine Bedenken in Bezug auf die Verbindung zwischen dem Gerät und der Ultraschallsonde, da wir diese ständig abnehmen und verbinden mussten, aber das war gar kein Problem.“ Dr. Mingers fügt hinzu: „Das Gerät ist in der Nutzung sehr intuitiv, besonders wenn man mit Smartphones und Tablets vertraut ist, und kann einfach mit einer Hand im OP benutzt werden. Für diese Anwendung fährt es schnell hoch und die Batterie hält lange, was für uns sehr wichtig war. Genauso wichtig ist, dass es sehr vielseitig einsetzbar ist und meine Kollegen stimmen mir da zu, dass es eine große Unterstützung bei unserer Arbeit war.“   

 

Medizinische Anwendungsbereiche können zwischen unterschiedlichen Bundesländern, Ländern und/oder örtlichen Zuständigkeitsbereichen variieren.
Während FUJIFILM SonoSite die Verbesserung der globalen Gesundheitsversorgung unterstützt, stehen wir in keiner direkten Verbindung zu gemeinnützigen Organisationen, die auf unseren Global Health Seiten genannt oder verlinkt sind.

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