Gut geplant ist halb gewonnen - Vorbereitungen zum Race Across America

October 24, 2017

 

Das Race Across America (RAAM) ist das härteste Radrennen der Welt. Die Rennfahrer starten an der Westküste in Oceanside, Kalifornien und durchqueren ganz Amerika auf dem Weg nach Annapolis, Maryland am Atlantik. Die Zeit läuft dabei ununterbrochen. Dr. Rüdiger Eichholz, selbst begeisterter Radfahrer, ist Facharzt für Anästhesiologie bei medizi. in Stuttgart, einem medizinischen Versorgungszentrum für Anästhesie. Er übernahm 2017 die ärztliche Betreuung des achtköpfigen Siegerteams während des RAAM und hatte für alle Fälle ein SonoSite iViz Point-of-Care-Ultraschallgerät dabei.

Das RAAM ist eines der ältesten und angesehensten Ultrahochleistungsrennen der Welt. Die 4800 km lange Strecke führt durch unerbittliche Wüste, über drei Gebirgszüge und durch endlose Einöden. Die Teilnehmer durchqueren 12 US- Bundesstaaten und überwinden 52.000 Höhenmeter. Das schaffen die schnellsten Teams in gut fünf Tagen, Solofahrer brauchen acht bis zwölf Tage.

Anfang 2017 wurde der Anästhesist Dr. Rüdiger Eichholz von einem Freund gebeten, ehrenamtlich am Versorgungsteam einer achtköpfigen Mannschaft teilzunehmen. Die Wettkämpfer, alle hochkarätige Amateure, waren Mitarbeiter von ViaSat, einer Kommunikationsfirma mit Sitz in Carlsbad, Kalifornien, ganz in der Nähe des Startortes. Dank seiner weitreichenden Erfahrung in der Notfallmedizin war Dr. Eichholz für diese Aufgabe bestens geeignet. Das RAAM wird nonstop gefahren, eine unglaubliche Herausforderung für alle Teilnehmer. Obwohl bei solch einem Wettkampf ein hohes Risiko für ernste Verletzungen und Unfälle besteht, stellt der Veranstalter weder Wettkampfarzt noch Rettungswagen, und die meisten Mannschaften haben keinen Arzt in ihrem Betreuerteam. Da alle Teilnehmer individuelle Startzeiten haben, erstreckt sich das Feld über mehr als 2500 km, was eine flächendeckende medizinische Betreuung unmöglich macht. Dr. Eichholz stellte seine Dienste gerne zur Verfügung und wurde sowohl als Fahrer der Begleitfahrzeuge als auch zur medizinischen Betreuung eingesetzt. Als er zufällig im Vorfeld diese besondere Rolle erwähnte, bot ihm das deutsche SonoSite Team an, ein iViz System auszuleihen.

Taktik und Planung sind bei extremen Hochleistungswettkämpfen entscheidend. Die Mannschaft wurde in vier Zweierteams eingeteilt. Jedes Duo wechselte sich fünf bis sechs Stunden lang beim Fahrradfahren ab. Zu jeder Zeit des Rennens saß nur ein Wettkämpfer im Sattel, während sein Partner sich im Versorgungsfahrzeug erholte und zu einem vorher ausgemachten Wechselpunkt vorausgefahren wurde, wo er dann nahtlos das Rennen übernahm. Ein zweites Fahrzeug folgte dem jeweiligen Radfahrer, um ihn vor anderen Verkehrsteilnehmern zu schützen. Außerdem wurde so sichergestellt, dass die Wettkämpfer nicht von der vorgegebenen Route abwichen und so wertvolle Zeit verschwendeten, und nicht zuletzt beleuchtete das unmittelbar folgende Fahrzeug nachts die Strecke. So konnte der Wettkampf die ganze Nacht hindurch weitergehen.

Das Rennen lief glücklicherweise ohne Unfall ab. Dennoch war Dr. Eichholz froh, ein iViz zur Hand zu haben. Er konnte die Sportler überwachen, in den Ruhephasen den Verlauf unterschwelliger Verletzungen verfolgen, und war immer auf ernste Zwischenfälle vorbereitet. Er erklärt: „Das iViz ist ein sehr kompaktes, hochwertiges Point-of-Care-System, das sich perfekt für Notfalluntersuchungen eignet. Bei meiner normalen Arbeit in der Anästhesie benutze ich ein anderes Gerät von SonoSite, das ich in meinen Fahrradtaschen transportiere, wenn ich in Stuttgart von einem Chirurgiezentrum zum anderen radele – ich habe es immer dabei. Das war im Prinzip mit dem iViz genauso: Während des Wettkampfs wechselte ich von einem Auto ins andere und nahm das Gerät dabei immer mit, es war pausenlos einsatzbereit. Es ist klein und leicht, und man kann es an ungewöhnlichen Einsatzorten wie z. B. in der Wüste anwenden, das ist wirklich super.“

„Für mich ist das Wichtigste, immer bereit zu sein – in diesem Fall also ein möglicherweise schwer verletztes Unfallopfer zu versorgen. Man hat am Unfallort keinen Zugriff auf bildgebende Untersuchungen wie Röntgengeräte oder CT, aber dieses kleine Gerät ist überall einsetzbar. Man kann so Patienten untersuchen und lebensbedrohliche Verletzungen feststellen, die sofort behandelt werden müssen. Der Patient kann zum Beispiel auf eine Herzbeuteltamponade, einen Pneumothorax sowie Flüssigkeitsansammlungen im Bauchraum oder Thorax untersucht werden, und zwar in dieser Reihenfolge. Dieses schrittweise Vorgehen ist im Advanced Trauma Life Support (ATLS) als Standardvorgehensweise bei lebensbedrohlichen Zuständen festgelegt.“

Trotz des Schlafentzugs beschrieb Dr. Eichholz seine Reise als unglaublich aufregend: „Wir haben atemberaubende Landschaften gesehen, obwohl das Wettrennen zu 40 Prozent nachts stattfand. Unser Team gewann die Acht-Mann-Kategorie in einer Zeit von fünf Tagen, 17 Stunden und 22 Minuten mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 35,9 Stundenkilometern. Wir waren nur 34 Minuten schneller als die kanadische Mannschaft, das ist bei einer Gesamtstrecke von 4800 km eine unglaubliche Leistung! Gott sei Dank gab es keine ernsten Verletzungen, und unsere Sportler waren auf die Strapazen des Rennens gut vorbereitet. Ich war froh, ein Point-of-Care-Ultraschallgerät zur Verfügung zu haben, um unser Team rund um die Uhr versorgen und unterstützen zu können.“

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