Point-of-Care Ultraschall auf dem Mount Everest

February 11, 2019

Dr. Luanne Freer mag, um es vorsichtig auszudrücken, das Extreme.

Als ausgebildete Notfallmedizinerin, die im Großraum Washington, D.C. aufwuchs, ist Dr. Freer über Medcor Inc. als medizinische Direktorin des Yellowstone-Nationalparks tätig. Wenn sie nicht gerade mit ihrer Vollzeitstelle beschäftigt ist oder im Rahmen eines Freiwilligenprogramms in Sierra Leone während eines Ebola-Ausbruchs Leben rettet, findet man sie wahrscheinlich in der Everest Base Camp Medical Clinic, einer von ihr gegründeten Notfalleinrichtung (auch als Everest ER bezeichnet).

Während der jährlichen Klettersaison, die in der Regel von April bis Mai geht, arbeitet Dr. Freer gemeinsam mit nepalesischen und ausländischen Ärzten am Fuße des Mount Everest zusammen. Das Mt. Everest Base Camp stellt die medizinische Versorgung für Kletterer, Besucher, Sherpas und Bewohner aus den Dörfern der Umgebung sicher. Das Camp wird mithilfe von Spendengeldern und durch die Bezahlung einer symbolischen Gebühr der Kletterer finanziert.

Spezialisten für Höhenmedizin lernen, die unterschiedlichen Symptome der Höhenkrankheit zu erkennen und zu behandeln, von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zum Lungenödem. Sie kümmern sich um alles – von Knochenbrüchen bis hin zur Behandlung von Erfrierungen. Dr. Freer zieht sogar mit Karies befallene Zähne (dafür verwendet sie ganz normale Zangen) von Bewohnern aus den umliegenden Dörfern, die zahnärztlich versorgt werden müssen.

Für Dr. Luanne Freer bietet die Arbeit in einem engen Umfeld, bei der sie mit wenig medizinischen Hilfsmitteln Leben rettet, die Möglichkeit, ihre Kreativität einzusetzen. Sie bezeichnet ihren Stil oft als eine Art „McGyver-Version“ der Notfallmedizin.

Dr. Freer hatte ursprünglich gar nicht vor, eine saisonale Klinik am Fuße des höchsten (und tödlichsten) Bergs der Welt zu betreiben. Doch im Jahr 2002, als sie bei der gemeinnützigen nepalesischen Organisation Himalayan Rescue Association (HRA) Freiwilligenarbeit leistete, stellte sie fest, dass bei vielen Kletterexpeditionen in Nepal kein medizinisch geschultes Personal dabei war.

Noch schlimmer war die Erkenntnis, dass einige Expeditionen zwar von Ärzten oder geschulten Medizinern begleitet wurden, diese jedoch nepalesische Bewohner und Zugehörige der Rai abwiesen, wenn diese sie um medizinische Hilfe baten.

 

Im Oprah Magazine heißt es: „Freer, die das entsprechende Wissen aus ihren Berufsjahren in den nördlichen Rocky Mountains mitbrachte, war entschlossen, einen Weg zu finden, um sowohl Kletterern als auch den Hunderten nepalesischen Arbeitern am Mount Everest eine bessere medizinische Versorgung zu bieten.“

Dr. Freer kehrte ein Jahr später nach Nepal zurück, um das Projekt „Everest ER“ ins Leben zu rufen und die Klinik zu eröffnen.

Für die Klettersaison 2018 lieh sich Dr. Freer über ein spezielles Programm von SonoSite für den vorübergehenden Verleih von Ultraschallgeräten ein iViz Point-of-Care Ultraschallgerät. Sie beschreibt einen konkreten Anwendungsfall, den sie während dieser Zeit erlebte.

In der letzten Saison waren zwei nepalesische Ärzte bei uns tätig: Dr. Suvash Dawadi aus Kathmandu und Dr. Subarna Adhikari aus Pokhara. Unser Gastarzt war Dr. Brenton Joseph Systermans aus Australien.

Zu Beginn der Saison wurden wir eines frühen Abends von einem Kletterteam in einiger Entfernung vom Everest Base Camp angefunkt. Wir erhielten die Information, dass ein Mitglied aus der Filmcrew plötzlich unter starken Schmerzen im Oberbauch lit.

Das SonoSite-System ließ sich dank der Transporttasche leicht mit zum Camp des Kletterteams nehmen.

Wir fanden den Patienten unbeweglich in seinem Zelt. Die Kommunikation mit dem Patienten und seinen Teamkollegen war aufgrund der Sprachbarriere schwierig, weshalb wir uns mit einer Mischung aus der Muttersprache des Teams, Nepalesisch und Englisch behelfen mussten, um herauszufinden, was passiert war.

Nach der anfänglichen Reanimation mit einer Infusion sowie der Gabe von Schmerzmitteln und Magenmedikamenten verwendeten wir das SonoSite-Gerät im Zelt als diagnostisches Hilfsmittel (also nicht nur am Krankenbett, sondern sogar im Zelt – hier zeigt POCUS meiner Meinung nach sein wahres Potenzial). Wir konnten signifikante Erkrankungen wie ein Aortenaneurysma, ein durchbrochenes Magengeschwür oder eine Gallenkolik als Schmerzursache ausschließen.

Nach der Reanimation stellten wir ein Team zusammen, das den Patienten mithilfe einer Trage im Dunkeln die 800 Meter zurück in unsere Klinik brachte. Wir setzten die Überwachung und Behandlung in der Nacht weiter fort.

Zum Glück verbesserte sich der Zustand des Patienten, sodass er am nächsten Morgen selbständig zum Hubschrauberlandeplatz laufen konnte. Der Einsatz von POCUS gab uns in einer schwierigen Situation mit begrenzten Kommunikationsmitteln und Ressourcen Sicherheit.

 

Die Produkte von FujiFilm SonoSite werden für den Betrieb unter schwierigen Bedingungen und in extremen Umgebungen getestet. Manche Bedingungen können jedoch die geprüften Grenzwerte der Geräte überschreiten. Wenn Sie Fragen zu den Einsatzmöglichkeiten der Produkte haben, wenden Sie sich bitte an Ihren örtlichen FujiFilm SonoSite-Kundendienstvertreter. 

 

Weitere Informationen über die Langlebigkeit von SonoSite-Ultraschallgeräten 

Die SonoSite-Ultraschallgeräte wurden ursprünglich für den militärischen Einsatz hergestellt, weswegen die Einsatzfähigkeit unter Kampfeinsatzbedingungen damals zwingend erforderlich war. Das ist auch der Grund, warum wir sie fallen lassen, extremen Temperaturen aussetzen, durchschütteln und sie unter anderen extremen Bedingungen testen. Im Folgenden zählen wir einige der Dinge auf, die unsere Geräte aushalten können.

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