Saint Mary’s Hospital nutzt Ultraschall in erfolgreichem Enhanced-Recovery-After-Surgery-Programm

 

Enhanced Recovery After Surgery (ERAS) stellt einen Paradigmenwechsel in der perioperativen Versorgung dar. Das Programm wurde entwickelt, um die Belastung für Patienten nach einem operativen Eingriff auf ein Minimum zu senken und die Betroffenen ohne Komplikationen früher entlassen zu können. Eine Vielzahl an evidenzbasierten Untersuchungen hat gezeigt, dass dieser multidisziplinäre Ansatz für eine standardisierte Versorgung des chirurgischen Patienten mit Best Practices Komplikationen, Infektionsraten, Wiedereinweisungen, Kosten und Aufenthaltsdauer (LOS) reduziert und gleichzeitig die Patientenzufriedenheit erhöht. 1, 2

Das Saint Mary's Hospital, ein kommunales Lehrkrankenhaus für die Akutversorgung in Waterbury, Connecticut, wies die klinischen und finanziellen Vorteile eines ERAS-Programms, das ultraschallgeführte Regionalanästhesie (USGRA) umfasst, nach. Seit der Einführung des ERAS-Programms im Oktober 2015 konnte die Einrichtung nicht nur ihren Opioideinsatz drastisch reduzieren, sondern auch Patienten, die sich einem kolorektalen Eingriff unterzogen hatten, eine sicherere und hochwertigere Versorgung bieten. Zudem wurde die durchschnittliche Aufenthaltsdauer vvon 6,3 Tagen auf 4,3 gesenkt: Viele Patienten konnten bereits am zweiten Tag nach der Operation das Krankenhaus verlassen. In den ersten drei Jahren des Programms sparte das Krankenhaus somit mehr als 1,5 Millionen US-Dollar an Kosten ein.

Effektive Schmerztherapie und schnellere Genesung mit TAP-Blockaden

USGRA ist eine Schlüsselkomponente im ERAS-Programm des Saint Mary's Hospital. Im Rahmen kolorektaler und anderer abdomineller Eingriffe führten die Chirurgen des Krankenhauses ultraschallgeführte Transversus-abdominis-plane-(TAP)-Blockaden durch. Einer aktuellen umfassenden Übersichtsarbeit zufolge, bietet dieses Verfahren Vorteile, die mit den ERAS-Zielen in Einklang stehen. Darunter die Folgenden:3

  • TAP-Blockaden führen zu einem erheblich verminderten Einsatz von Opioiden im postoperativen Setting – im Vergleich zu Placebos, zur Infiltrationsanästhesie oder zur patientengesteuerten Analgesie (PCA) durch die intravenöse Verabreichung von Opioiden.
  • TAP-Blockaden sind sicher, kostengünstig und leicht durchführbar.
  • TAP-Blockaden bieten eine effektive Schmerzbehandlung bei minimalen Komplikationen.

In einer vor Kurzem veröffentlichten Vergleichsstudie zwischen TAP-Blockaden und EDA bei Patienten nach einer laparoskopischen Resektion des Colon fanden Forscher heraus, dass bei denjenigen Patienten mit einer TAP-Blockade (und der Option auf PCA, sofern nötig), postoperativ 51 % weniger Morphin verabreicht wurde.4 Die Probanden, die eine TAP-Blockade erhielten, beurteilten ihre Schmerzen zudem als deutlich geringer, konnten ihre Darmfunktion schneller wiederherstellen und profitierten von einer kürzeren Aufenthaltsdauer (3,4 Tage im Vergleich zu den 5,7 Tagen der EDA-Gruppe).

Dank des ERAS-Programms des Saint Mary's Hospital wurde den Patienten um 60 % weniger Opioide verabreicht. Viele der Patienten konnten sogar auf jegliche Opioide verzichten. Für die Linderung ihrer postoperativen Schmerzen waren USGRA und nichtopioide Analgetika ausreichend.

Höhere Patientenzufriedenheit

Das ERAS-Programm hat auch erheblichen Anteil an einer erhöhten Patientenzufriedenheit, wie der folgende Fall zeigt. Eine 44-jährige Patientin mit Darmkrebs erschien zu einem Beratungsgespräch in Vorbereitung zu ihrer Operation am Saint Mary's Hospital. Sie war sehr nervös, da sie bei einem früheren Eingriff am Abdomen an einem anderen Krankenhaus mit Komplikationen zu kämpfen hatte. Sie war zudem besorgt darüber, eine Opioidabhängigkeit zu entwickeln, wie es einem Bekannten der Patientin ergangen ist, der aufgrund von Verletzungen behandelt wurde.

Die Patientin war sehr erleichtert, als sie erfuhr, dass das Saint Mary's Hospital evidenzbasierte Protokolle eingeführt hat, welche die Wahrscheinlichkeit beider von ihr angesprochenen Risiken reduzieren. Nachdem ihr Tumor erfolgreich entfernt wurde, erholte sich die Patientin schnell – ganz ohne Opioide. Sie selbst sagte: „Im Vergleich mit meiner Operation 2009 verlief diesmal einfach alles besser. Anstatt mit Morphin vollgepumpt zu sein und mich wie ein Zombie zu fühlen – aber trotzdem unbeschreibliche Schmerzen zu haben, die mich schier bewegungsunfähig machten – fühlte ich mich viel besser mit den nichtopioiden Analgetika.“

 

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Referenzmaterial

1Ljungqvist O, Scott M, Fearon KC. Enhanced Recovery After Surgery: A Review. JAMA Surg. 2017;152(3):292-298.

2Thiele RH, Rea KM, Turrentine FE, Friel CM, et al. Standardization of care: impact of an enhanced recovery protocol on length of stay, complications, and direct costs after colorectal surgery. J Am Coll Surg. 2015 Apr; 220(4):430-43.

3Kim Aj, Yong RJ, Ulman RD. The Role of Transversus Abdominis Plane Blocks in Enhanced Recovery After Surgery Pathways for Open and Laparoscopic Colorectal Surgery. J Laparoendosc Adv Surg Tech A. 2017 Sep;27(9):909-914.

4Ris F, Findlay JM, et al. Addition of transversus abdominis plane block to patient controlled analgesia for laparoscopic high anterior resection improves analgesia, reduces opioid requirement and expedites recovery of bowel function. Ann R Coll Surg Engl. 2014 Nov;96(8) 96(8):579–585.

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